Wie man eine Schildkröte näht ...
Allgemeine Informationen
Es ist schon seltsam, dass ich jetzt innerhalb von drei Wochen, zwei Stofftiere genäht habe. Aber das liegt wohl daran, dass ich mich bei meinem letzten gaaaaaanz persönlichen Geschenk nicht so recht entscheiden konnte, ob ich denn nun einen Salamander oder eine Schildkröte nähen sollte. Da ich mich vor 3 Wochen dann letztlich doch für den Salamander entschieden hatte, und leider nur die Zeit für ein Geschenk hatte, war ich dann aber doch zu neugierig, was wohl beim Versuch rauskommen würde, eine Schildkröte zu nähen. Diesmal ist neben dem Schnittmuster und der Umsetzung sogar die Idee von mir. Da ich nicht weiß, ob bzw. wann die Stoffschildkröte dann mal beim Empfänger ankommt, bleibt sie vorerst mal mein ganz persönliches Kuscheltier.
Und diese süße Schildkröte ist dabei herausgekommen.
Materialien und Hilfsmittel
Garn
Als Näh-Faden empfiehlt sich ein "Knopfloch-Garn" in braun und grün.
Zusätzlich wird ein dünner Heft-Faden benötigt, um die Teile vorm eigentlichen Nähen aneinander zu heften. Dieser Faden wird im Allgemeinen wieder entfernt. Allerdings können Reste zurückbleiben, und somit sollte auch dieser Faden in der Farbe des Stoffs gewählt werden.
Für einen Schildkröte in mittlerer Größe (Körperlänge 35 cm) reichen jeweils ca. 20m.
Nadeln
Entsprechend zur Stärke des Garns benötigt man eine Nadel mit recht großem Öhr.
Eine zweite gebogene Nadel kann ggf. beim Annähen von Beinen, Armen, etc. sowie beim Schließen der Stopfnähte nützlich sein.
Schnittmuster
Das unten abgebildete Schnittmuster muss in gewünschter Größe (Empfehlung: DIN A4) ausgedruckt und ausgeschnitten werden.
Stoff
Den Stoff gibt es meist in Spezialgeschäften und in Kaufhäusern
Für die Extremitäten habe ich einen Grünton gewählt. Der Panzer ist aus flauschigem Braun und der Bauch aus einem gelben Stoff.
Die Menge richtet sich nach der Größe der Schildkröte. Der Stoff ist für gewöhnlich in 140 cm Bahnen erhältlich, so dass man davor mittels der Schnittmuster schon die benötigte Stoffmenge ermitteln kann.
Füllung
Füllung gibt es im Bastelgeschäft - allerdings eignet sich auch Filterwatte für Aquarien aus dem Zoogeschäft.
Augen
Für die Augen habe ich Knöpfe verwendet, aber es gibt auch Teddybär-Augen in Spezialgeschäften. Für die Schildkröte fand ich allerdings die Knopf-Augen passender.
Mund
Um den Mund anzudeuten, habe ich rotes Stickgarn verwendet.
Das Schnittmuster
Die benötigten Einzelteile des Schnittmusters sind:
Kopf Seite - 2x (gegengleich)
Kopf unten - 1x
Flosse vorne oben 2x (gegengleich) Flosse vorne unten 2x (gegengleich) Flosse hinten oben 2x (gegengleich) Flosse hinten unten 2x (gegengleich) Panzer- 2x (gegengleich) Bauch - 1x Schwanz - 1x
Die einzelnen Schnittmuster werden auf den Stoff gelegt (möglichst wenig Abfall) und an den Kanten eingezeichnet. Dabei ist auf Nahtzugabe von etwa 3mm zu achten.
Nähen
Zum Nähen werden entsprechende Einzelteile auf der Stoffseite aufeinander gelegt und mit einer Heftnaht zusammengeheftet (vorheriges Stecken mit Stecknadeln ist eigentlich unnötig). Die eigentliche Naht erfolgt mit dem Steppstich. Das Schließen der letzen Öffnungen nach dem Stopfen, sowie das Zusammennähen der einzelnen fertigen Teile erfolgt mit dem Matratzenstich.
Für die einzelnen Teile empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
Flossen
Alle Flossen bis auf die Stopföffnung zusammennähen.
Schwanz
Schwanz an den Seiten zusammennähen.
Kopf
Zunächst beide Seitenteile zusammennähen.
Dann das Unterteil einnähen.
Probefüllen und im gefüllten Zustand die Augen und den Mund markieren.
Füllung entfernen und Augen von innen annähen. Roten Mundfaden von innen Ausstechen. Erneut füllen und den Mund sticken (am Besten in der Naht).
Körper
Panzerseitenteile ein Stück von beiden Enden zusammennähen.
Bauch einnähen.
An dieser Stelle wirds schwer. Ich fand es besser jetzt erst den Kopf und den Schwanz einzunähen.
Dann kommen die Flossen dran. Das ist sehr lästig da man an etlichen Stoßstellen Nähten vorbeikommt.
Jetzt nach und nach alles stopfen und mit dem Matrazenstich die Naht am Panzerrücken schließen. Der Faden sollte öfter gefangen oder verknotet werden, da der Matratzenstich auf längeren Strecken sehr leicht Fäden zieht.
Am Ende sollte man drauf achten, dass beide Fadenenden (vom Kopf und Schwanz) von innen kommen, so dass sich der letzte Knoten nach innen drücken lässt.